Die Jungschar und 900 Kilo Erde

Es war ein wunderschöner Frühlingstag, dieser letzte Samstag im April, am Donaukanal wimmelte es nur so von Menschen – der ideale Tag für unsere Aktion also! 900 kg Erde lagen bereit, dazu Kübel, Handschuhe, Stiefel und ein Parcours. Die Teilnehmer/innen des Welt.sichten Tages, das Team und unsere Gäste aus den Philippinen waren gerüstet: nach einem Halbtag voller Infos und Erzählungen rund um Rohstoffe, schritten wir nun zur Tat.

Rohstoffabbau führt in vielen Ländern der Erde zu Konflikten, zu sozialen und ökologischen Problemen, auch unsere Gäste aus den Philippinen von den Projekten MACEC und CorDis können davon ein Lied singen. Vor allem Großprojekte im Bergbau verschärfen solche Probleme. Unsere Projektpartner/innen haben uns Bilder von zerstörten Dörfern gezeigt, die auf Bergen standen, wo nun ein Loch ist. Menschen, die als Kleinschürfer/innen (also Menschen, die in Handarbeit kleine Teile von seltenen Erden in Minen fördern) ihren Lebensunterhalt verdienten, sehen sich nun am Ruin, weil sie mit dem industriellen Abbau nicht mithalten können.

Und wozu denn das alles? Ganz einfach: Die Menschheit braucht Handys, Computer, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Tablets, Fernseher und all das – und in all diesen Produkten sind Rohstoffe enthalten: Zinn, Aluminium, Gold, Tantal… Der Markt für Elektronik wird immer größer und die Produkte kurzlebiger, doch die enthaltenen wertvollen Rohstoffe werden dann einfach entsorgt.

Sehr viele Menschen sind sich dieser Problematik nicht bewusst – und das wollten wir mit unserer Aktion am Donaukanal ändern. Mit Flyern, Plakaten und ganz neuem Wissen ausgestattet standen wir also am Kanal und motivierten Passant/innen uns beim Tragen der Erde über den Parcours zu helfen. Ja warum denn eigentlich 900 kg? So viel Erde wird nämlich bewegt, um die Rohstoffe für ein einziges Handy im Bergbau zu fördern! Ein ganz schön großer Haufen war das. Und erstaunlich, wie viele Menschen bereit waren mit uns in Dialog zu treten und selbst aktiv zu werden. Sie zogen sich die Gummistiefeln an, schaufelten Erde in einen großen Kübel und schleppten ihn dann über den Parcours bis zum riesigen Hochbeet, das wir so langsam anfüllten.

Was am Ende blieb, war ein Hochbeet mit Erdbeeren und viele angeregte Menschen, die nun wissen, dass die Herstellung eines Handys leider auch mit großen Probleme verbunden ist. Hoffen wir, dass sie das auch in ihrem Privatkonsum berücksichtigen und vielleicht länger mit ihren Geräten auskommen.

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