Warum wir einen Brief zum Thema Gewalt geschrieben haben

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In der Diözesanleitung haben wir uns immer wieder Gedanken darüber gemacht, wie wir in den Pfarren das Thema psychische Gewalt am besten thematisieren und sicherstellen können, dass Jungschar ein Ort ist, an dem Kinder vor Gewalt geschützt sind. Vor ein paar Monaten haben wir uns entschlossen, einen Brief zu schreiben. Diese Briefe sind in den letzten Tagen in die Pfarren geflattert, zu den Priestern, PGR-Vorsitzenden und Jungschar-Pfarrverantwortlichen.

Wir haben lange überlegt, wie und was wir in den Brief schreiben sollen. Wir wollen nämlich auf keinen Fall so rüberkommen, als ob wir etwas besser wüssten oder  Anweisungen von „oben“ geben.

Das, was wir mit dem Brief aussagen wollen ist, dass Gewalt in ganz unterschiedlichen Formen auftritt. Vor allem psychische Gewalt ist schwer fass- oder sichtbar. Mit psychischer Gewalt ist die auf emotionaler Ebene ausgeübte Gewalt gemeint, zum Beispiel in Form von Isolation, Drohungen, Angstmachen, Beschimpfungen oder Erzeugung von Schuldbedürfnissen (siehe auch www.gewaltinfo.at). Psychische Gewalt ist die häufigste Form von Gewalt. Sie kann überall vorkommen.

Dass Angsmachen auch eine Form von Gewalt ist, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Es ist nicht leicht, auf Traditionen oder Aktionen zu schauen, wie Gruselaktionen oder Mutproben auf Jungscharlagern, bei denen Kindern Angst gemacht wird. Wir bitten euch trotzdem darum, euch gemeinsam hinzusetzen und zu reflektieren, wie es den Kindern in eurer Pfarre geht, ob es Angebote gibt, die Angst oder andere Formen von Gewalt erzeugen, und wie man Gewalt vorbeugen kann.

Gerne laden wir euch auch zu unserer Abendreihe „Wir reden drüber“ ein, die im März stattfindet. Da gibt es die Möglichkeit sich auszutauschen und zu diskutieren!

Jungschar und Kinderseelsorge sollen Oasen für Kinder sein. „Orte“, an dem Kinder sein dürfen, ohne etwas leisten zu müssen – abseits von Schule und Familie, an dem sie sich einbringen und wohlfühlen können (natürlich sollen Schule und Familie auch solche Orte sein), ohne Angst haben zu müssen.

Ihr könnt uns gern Rückmeldung geben – zum Brief und den Fragestellungen darin!

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