Schlagwörter: Reform

Die Zukunft der DL Arbeit

Abseits der vielen aktuellen Arbeit denken wir auch regelmäßig darüber nach, was wir als Diözesanleitung grundsätzlich verbessern und verändern können. Vor kurzem haben wir uns wieder einmal ein paar Stunden Zeit genommen und über unsere Medien nachgedacht.

Früher war alles ja ziemlich einfach. Wir hatten zwei Zeitungen, das Kumquat für Gruppenleiter/innen und das context für Pfarrverantwortliche über die wir alles kommuniziert haben. Zusätzlich gab es dann manchmal noch spezielle Veranstaltungsaussendungen und die Behelfe mit den Gruppenstunden.

Heute ist alles viel komplizierter. Denn neben der Zeitung gibt es die Homepage, in der Zwischenzeit mit Modelldatenbank mit Gruppenstunden, Spielen. Die Veranstaltungen werden auf der Homepage angekündigt und über den Newsletter und Facebook beworben. Dann gibt es noch den DL-Blog und langsam beginnen wir auch mehr mit Videos zu arbeiten. Und daneben gibt es weiter das kumquat und die Veranstaltungseinladungen und die Behelfe und einiges mehr.

Tatsache ist, dass bei der Kommunikation mit den Gruppenleiter/innen immer mehr die Homepage als Drehscheibe in den Mittelpunkt rückt statt wie bisher das Kumquat. Doch die meiste Arbeitszeit geht noch immer ins kumquat.

Jetzt wollen wir einmal versuchen das ganze langsam auf die Reihe zu bringen und die Dinge sinnvoll zu verbinden. Und vielleicht noch etwas Zeit sparen, weil eigentlich haben wir mittelfristig leider weniger Personal und nicht mehr.

Und wir wollen natürlich überlegen, was für neue Dinge es noch geben könnte, wie  Erklärungsvideos oder einen digitalen Jungscharplaner, wo man dann z.B. besonders jene Gruppenstundenmodelle angezeigt bekommt, die für die Altersstufe der eigenen Kinder passt.

Bei unserer Besprechung haben wir aber auch festgestellt, dass alle diese Entscheidungen viele andere grundsätzliche Dinge berühren. Einerseits wäre da die Entscheidung wie viel Zeit wir in die Onlinearbeit stecken wollen und wie viel in die Offlinearbeit (den persönlichen Kontakt bei Workshops, Veranstaltungen etc.). Anderseits stellt es auch die ganze Struktur unserer Arbeit in Frage. Denn dann müssen Teams mehr verzahnt werden wie die Kumquat und Internetredaktion und wer wäre dann für diverse inhaltliche Videos zuständig, wer für die Bewerbung etc.

Viele spannende Fragen also wie die Unterstützung für die Arbeit an der Basis verbessern und neu gestalten können. Sie werden uns im Laufe der nächsten Monate und wahrscheinlich auch Jahre begleiten.

Bibellesen in Zeiten des Klimawandels

© Tauchner

Kann die Bibel Antworten geben auf Fragen wie: Wie gehen wir als Christ/innen mit dem Klimawandel um? Welche Handlungsperspektiven haben wir? Das versuchten vergangenes Wochenende rund 30 Teilnehmer/innen beim Workshop „Damit sie das Leben haben“ im Bildungshaus St. Gabriel.

Angeleitet wurden wir dabei von Mercedes de Budalles Díez und Ildo Bohn Gass, Befreiungstheolog/innen vom ökumenischen Bibelteam von CEBI (Centro Biblico) aus Brasilien. Die beiden sind auf Einladung der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, in Österreich. Als langjährige Projektpartner wollten sie uns „etwas zurückgeben“.

So konnten wir die Methode des kontextuellen Bibellesens nicht nur kennenlernen, sondern gleich anhand verschiedener Bibelstellen und Fragestellungen ausprobieren. Wir setzten uns z.B. mit der Schöpfungsgeschichte und der Emmausgeschichte auseinander. Zentral dabei ist das gemeinsame Lesen der Bibel und die Einbeziehung unseres Alltags, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Text und seinen Deutungen. So kann die Bibel immer wieder neue Antworten und Hilfestellungen für unser Leben bieten.

Mehr Fotos und einen weiteren Bericht gibt es auf der Seite der Steyler Missionare.

Passend dazu sprach heute Veronika Prüller-Jagenteufel in einem Interview zu den Reformplänen in der Erzdiözese Wien vom Vorbild der kleinen christliche Gemeinschaften im Süden für die Reform der Erzdiözese Wien: „In diesen kirchlichen Basisgemeinschaften kommen Menschen zusammen, die ihr Christsein aktiv leben wollen, die miteinander die Bibel lesen – „Bibel-Teilen“ ist ein sehr passender Ausdruck dafür – und einander dabei unterstützen, das Wort Gottes auf ihr konkretes Leben anzuwenden.“ (Das ganze Interview gibt es hier…)

Nicht nur unter diesem Aspekt war das Wochenende eine gute Vorbereitung für die Zukunft!

Die Reform der Erzdiözese Wien und die Jungschar

Am Mittwoch hat Kardinal Schönborn eine große Strukturreform für die Erzdiözese Wien angekündigt. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass es in 10 Jahren nur mehr ca. 200 „Zentralpfarren“ geben soll, die die „Mütter“ für viele kleinere Gemeinden sein sollen. In jeder Zentralpfarre sollen mehrere Priester aktiv sein, die Leitung soll gemeinschaftlich wahrgenommen werden und zwar von Priestern und Laien. Die Filial-Gemeinden haben keinen eigenen Pfarrer mehr und sollen von ehrenamtlichen Laien geleitet werden.

Mit dem neuen Modell der Erzdiözese Wien sehen wir viele Chancen, dass sich das zum Besseren wendet. Denn wer in unserer Diözese große aktive Jungscharpfarren kennt, weiß dass motivierte Gruppenleiter/innen nicht nur viele neu Kinder anziehen, sondern sich auch selbst stark in die Pfarre und den PGR einbringen. Da profitiert die Jungschar und die Pfarre davon.

In Zukunft ist man im Konfliktfall nicht mehr der Allmacht eines Pfarrers ausgeliefert, sondern kann mit einem Pfarrteam gemeinsam diskutieren, wenn es Probleme oder Wünsche an die Jungschar gibt. Die Gruppenleiter/innen können autonomer agieren und ihre persönlichen Charismen ausleben, die oft die Stärke der Jungschar in einer Pfarre sind.

Aber auch für Pfarren ohne Jungschar und mit wenigen Kindern ergeben sich neue Chancen: Denn mit der engeren Zusammenarbeit von Filialgemeinden, kann man auch übergreifend Jungschar machen, in dem es für mehrere Gemeinden eine Jungschargruppe gibt. Das scheitert heute leider auch sehr stark am Denken in Pfarrgrenzen.

Klar ist, dass so eine Reform nicht einfach ist und man auch von einigen liebgewonnen Dingen wird Abschied nehmen müssen. Und das Ausstreiten neuer Strukturen wird oft auch nicht leicht sein und gerade wir als Jungschar werden uns unseren Teil an Autonomie sicher auch in manchen Pfarren und Gemeinden erkämpfen müssen. Die Jungschar-Diözesanleitung wird euch dabei aber sicher zur Seite stehen.

Wenn das funktioniert, könnte sich aller Kirchenaustritte zum Trotz aber auch eine neue Aufbruchsstimmung entwickeln, die auch die Jungschar in vielen Pfarren wieder stärker machen kann. Und wir können damit wieder viele neue Kinder gewinnen, die in der frohen Botschaft Jesu einen guten Zukunftsweg für sich sehen. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, sich hier aktiv einzubringen!

Wir werden euch auf dem laufenden halten, wie die nächsten Schritte in diesem Prozess sind.

Anmerkung: Im ursprünglichen Text wurde die Thematik angesprochen, dass das neue System auch Schwierigkeiten mit Priestern aus anderen Ländern vermeidet. Nachdem dies implizieren könnte, dass wir prinzipiell etwas gegen Priester aus anderen Ländern haben, haben wir den Absatz gestrichen, weil dem natürlich nicht so ist.