Kategorie: Dreikönigsaktion

Held/innen – lautlos und unbekannt: Einblicke in Projekte der DKA

Ende September starteten rund 90 Gruppenleiter/innen mit uns bei zahlreichen Workshops, Abendessen und Party am Abend ins neue Jungscharjahr. Unter dem Motto „Hawara, Held/innen und Heilige“ hatten die Teilnehmer/innen die Gelegenheit aus Workshops mit konkreten Methoden, Spielen und auch Themen, die den Jungscharalltag, wie zum Beispiel den Umgang mit Neuen Medien, betreffen, zu wählen. Den Blick über den Tellerrand wagten einige DKA-Interessierte und ergatterten ein Ticket für den Workshop „Held/innen – lautlos und unbekannt“.

Gemeinsam reisten wir in fünf verschiedene Länder auf vier Kontinenten. Philipp und mir war es ein Anliegen, die Vielfalt der Projekte, die von den Spendengeldern der Dreikönigsaktion unterstützt werden, anhand von vier sehr unterschiedlichen Projekten aufzuzeigen. Auch, dass es einzelne normale Menschen sind, die diese Projekte und Bewegungen initiieren und so zu Held/innen für die Menschen in ihrem Umfeld werden.

Erster Stopp unserer Reise war Äthiopien beim Projekt „Women for Women Social and Development Association”, bei dem das Bestärken und die Bildung von Mädchen im Mittelpunkt stehen.

Nach einem Zwischenstopp in Wien, wo die Teilnehmer/innen einen Einblick bekamen, wie ein Projekt überhaupt dazu kommt, von der DKA unterstützt zu werden, über die Kriterien, die für eine finanzielle Unterstützung notwendig sind bis hin zum Abschluss und der Evaluierung des Projekts.

Unsere Reise führte uns weiter nach Myanmar, wo im Rahmen des Projekts KNMHC Feldkliniken und Rucksack-Ärzt/innen, die oft tagelang zu Fuß unterwegs sind, um für die medizinische Versorgung in den ländlichen Gebieten der Karenni zu sorgen, sowie mit Workshops über Hygiene und Ernährung Präventionsarbeit und Aufklärung leisten. Die Karenni sind eine indigene Volksgruppe in Myanmar.

Auf den Philippinen engagieren sich die Mitarbeiter/innen des Projekts MACEC für eine umweltfreundlichere Art des Abbaus von Rohstoffen, die für elektronische Geräte notwendig sind und setzen sich so neben dem Umweltschutz auch für die Menschen, die in der Region leben und arbeiten, ein.

Zum Schluss reisten wir nach Nicaragua zum Projekt FUNARTE, bei dem Kinder aus Estelí einen Ort finden, in dem sie durch Kreativität und Kunst (Wandmalereien) sich austauschen können, gestärkt werden und sich auch dem Thema Umweltschutz widmen können.

Die Teilnehmer/innen bekamen Einblick in die Methode, mit der die Projektpartner/innen mit den Kindern arbeiten und malen. So konnten sie schließlich einer Geschichte über eine Kröte lauschen und zu zweit oder dritt ein gemeinsames Bild malen und den Workshop ausklingen lassen.

Martina Triebl

Die Jungschar und 900 Kilo Erde

Es war ein wunderschöner Frühlingstag, dieser letzte Samstag im April, am Donaukanal wimmelte es nur so von Menschen – der ideale Tag für unsere Aktion also! 900 kg Erde lagen bereit, dazu Kübel, Handschuhe, Stiefel und ein Parcours. Die Teilnehmer/innen des Welt.sichten Tages, das Team und unsere Gäste aus den Philippinen waren gerüstet: nach einem Halbtag voller Infos und Erzählungen rund um Rohstoffe, schritten wir nun zur Tat.

Rohstoffabbau führt in vielen Ländern der Erde zu Konflikten, zu sozialen und ökologischen Problemen, auch unsere Gäste aus den Philippinen von den Projekten MACEC und CorDis können davon ein Lied singen. Vor allem Großprojekte im Bergbau verschärfen solche Probleme. Unsere Projektpartner/innen haben uns Bilder von zerstörten Dörfern gezeigt, die auf Bergen standen, wo nun ein Loch ist. Menschen, die als Kleinschürfer/innen (also Menschen, die in Handarbeit kleine Teile von seltenen Erden in Minen fördern) ihren Lebensunterhalt verdienten, sehen sich nun am Ruin, weil sie mit dem industriellen Abbau nicht mithalten können.

Und wozu denn das alles? Ganz einfach: Die Menschheit braucht Handys, Computer, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Tablets, Fernseher und all das – und in all diesen Produkten sind Rohstoffe enthalten: Zinn, Aluminium, Gold, Tantal… Der Markt für Elektronik wird immer größer und die Produkte kurzlebiger, doch die enthaltenen wertvollen Rohstoffe werden dann einfach entsorgt.

Sehr viele Menschen sind sich dieser Problematik nicht bewusst – und das wollten wir mit unserer Aktion am Donaukanal ändern. Mit Flyern, Plakaten und ganz neuem Wissen ausgestattet standen wir also am Kanal und motivierten Passant/innen uns beim Tragen der Erde über den Parcours zu helfen. Ja warum denn eigentlich 900 kg? So viel Erde wird nämlich bewegt, um die Rohstoffe für ein einziges Handy im Bergbau zu fördern! Ein ganz schön großer Haufen war das. Und erstaunlich, wie viele Menschen bereit waren mit uns in Dialog zu treten und selbst aktiv zu werden. Sie zogen sich die Gummistiefeln an, schaufelten Erde in einen großen Kübel und schleppten ihn dann über den Parcours bis zum riesigen Hochbeet, das wir so langsam anfüllten.

Was am Ende blieb, war ein Hochbeet mit Erdbeeren und viele angeregte Menschen, die nun wissen, dass die Herstellung eines Handys leider auch mit großen Probleme verbunden ist. Hoffen wir, dass sie das auch in ihrem Privatkonsum berücksichtigen und vielleicht länger mit ihren Geräten auskommen.

Marcos Besuch in Indien

Als ich begann meine private Reise nach Indien zu planen kam mir relativ schnell in den Sinn auch ProjektpartnerInnen der DKA in Indien zu besuchen. Manchmal kann es auch Vorteile haben Vorsitzender der Jungschar zu sein und nur einige Mails mit der DKA-Verantwortlichen für Nordindien später hatte ich einen Kontakt.

Am 10.02 durfte ich mich also mit einigen VertreterInnen der Thoughtshop Foundation und ihres Projektes im südlichen Kolkata treffen. Nach kürzer Zeit war klar, ihre Arbeitsweise ist der der Jungschar sehr ähnlich, auch wenn sie noch andere Probleme zu bewältigen haben. Vor mir saßen um die 20 „Teamleader“ zwischen 18 und 30 welche in sogenannten Youth Ressource Cells mit Kindergruppen arbeiten.

DSC_0277

Wie bei uns versuchen also Jugendliche einen angenehmen und sicheren Rückzugsort für Kinder bereit zu stellen in dem sich diese frei austauschen können und mit ihren Problemen ernst genommen werden. Die Treffen sind wöchentlich für zwei bis drei Stunden mit bis zu 25 Kindern zwischen 10 und 16 die ähnlich wie in unseren Gruppenstunden wird sich spielerisch einem Thema genähert, gleich wurden mir dabei Kartenspiele und Würfel gezeigt mit denen zum Thema Gewalt, Kinderheirat oder Genderstereotypen gearbeitet wird. Beispiele dieser Spiele könnt ihr auf der Homepage der Organisation sehen und downloaden. Klickt dafür einfach hier …

Als ich in dem Gespräch gefragt wurde was wir in unserem Land denn gegen Kinderarbeit und Kinderhandel tun würden, als wäre die Existenz dieser Dinge selbstverständlich war ich schon froh darüber berichten zu können, dass es diese Probleme bei uns so gut wie nicht mehr gibt. Doch beim Thema physischer und psychischer Gewalt konnte ich ein bisschen etwas über die Kampagnen von vor 30 Jahren zum Thema Gewaltverbot und unserem derzeitigem Thema der Angst berichten.

DSC_0296

Spannend war auch das Thema der Arbeit mit Eltern und das oft das bisschen Kontakt mit diesen um einiges anstrengender sein kann als tagelang mit Kindern zu arbeiten. Bei der Beantwortung einer Frage dazu wurde mir erst bewusst das es manchmal auch ein großer Vorteil sein kann Teil einer großen und bekannten Organisation zu sein in der viele der Eltern schon selber waren und so eine gute Vorstellung und ein gutes Bild davon haben.

Es war für mich ein toller Besuch und ich habe den Austausch wirklich genossen, hier hat einfach der selbe Geist und das selbe Engagement wie in der Jungschar geherrscht. Der klare Fokus auf die Verbesserung des Lebens dieser Kinder und Jugendlichen hat mir dabei stark zu denken gegeben und kann vielleicht auch für uns in der Jungschar als Anreiz dienen viel Energie in die Lobbyarbeit zu stecken denn auch in Österreich ist noch nicht alles perfekt für Kinder.

Schöne Grüße aus Indien =)
Marco
(Vorsitzender Jungschar der EDW)

Die Sternsingeraktion kündigt sich an

DSC03425

Heuer feiert die Katholischen Jungschar ein besonderes Jubiläum, denn die  Sternsingeraktion findet zum bereits 60. Mal statt! Im Winter 1954/55 gingen zum ersten Mal Sternsinger/innen der Jungschar verkleidet als „Heilige Drei Könige“ von Haus zu Haus um Spenden für Projekte in Ländern des Südens zu sammeln und den Menschen in Österreich den Weihnachtssegen zu bringen.

Die Sternsingeraktion ist immer auch ein großer logistischer Aufwand: Es gilt Materialien zu produzieren und diese an die Pfarren weiterzugeben, es gilt Medienanfragen zu bearbeiten und Gruppen aufzustellen, die bei eben solchen oder auch bei Prominenten zu Sternsingerbesuchen vorbeikommen.

Um die zahlreichen Anfragen von Radios, Zeitungen und Co. bearbeiten zu können und hierfür (manchmal auch sehr kurzfristig) Gruppen zu suchen, die während des Aktionszeitraums auf Promi- und Medientouren gehen, haben wir für diese Wochen eine zusätzliche Mitarbeiterin, Marianne Seiser.

Sie arbeitet schon seit längerem im DKA-Arbeitskreis, dem diözesanen DKA-Team mit, und kennt die Sternsingeraktion, auch aus ihrer Jungschar in der Pfarre Rossau, im neunten Bezirk, gut.

Wer aufgeweckte Kinder in schönen Gewändern hat, die (einigermaßen) gut singen könnnen und über den Spendenzweck Bescheid wissen und gerne mit einer Sternsingergruppe beim so genannten Promi- und Mediensternsingen dabei wäre, kann sich bei Marianne unter kommunikation.wien@jungschar.at melden.

 

Romaria – Wallfahrt in Solidarität mit Flüchtlingen

Am 27. April fand die vierte Romaria statt – eine Wallfahrt der etwas anderen Art. Anders weil das Ziel 3 Flüchtlingsheime (in Schwechat, Inzersdorf und St. Gabriel) sind. Anders weil diese Wallfahrt breit unterstützt wird z.B. von Jungschar und KJ, den Steyler Missionaren, IMpuls

Romaria - Aufbruch in Schwechat © Pilz SVD
Aufbruch in Schwechat
Foto: Pilz SVD

LEBEN, aber auch von der Muslimischen Jugend Österreich, Attac, Asylkoordination, usw. um nur einige zu nennen. Und ebenso bunt gemischt ist die Gruppe der Teilnehmer/innen: jung und alt, in Pfarren engagiert und Teil der Zivilgesellschaft, Österreicher/innen und Migrant/innen. Und wie im Leben gehen manche  den gesamten Weg von Schwechat bis Mödling mit, manche verlassen uns unterwegs, manche stoßen später dazu, manche gehen einen Teil des Weges mit und die Neu-Hinzugekommenen werden bei jeder Station freudig begrüßt.

Die Idee der Romaria geht auf die brasilianischen „Romarias da terra“ zurück. Das sind Wallfahrten der Landlosenbewegung, die Landbesetzungen zum Ziel haben und Solidarität mit diesen fördern und so auch politische Kräfte stärken wollen.

Jesu Worte „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen!“ (Mt 25, 35) ernstnehmend will die Romaria auf die vielfältigen Situationen von Flüchtlingen in Österreich, der EU und weltweit aufmerksam machen. Dadurch verbinden sich Gebet und politisches Handeln und können so hoffentlich zur Verwirklichung  eines guten Lebens für alle Menschen auf dieser Welt beitragen.

Romaria - Ankunft in St. Gabriel © Pilz SVD
Ankunft in St. Gabriel
Foto: Pilz SVD

Einen ausführlichen Bericht von Franz Helm SVD gibt es hier zu lesen.

Sternsinger/innen alternativ schminken

Im letzten kumquat und im kumquat sternsingen war ein Artikel, zum Thema „Sind geschminkte Sternsinger/innen noch zeitgemäß?“ Nachdem ich mich als Sternsingerin immer gerne geschminkt habe und auch meine Tochter schminken liebt, haben wir ausprobiert, wie das mit Alternativen zum Hautfarben schminken abseits von Bärten funktionieren könnte.

Wir hatten zwar einige technische Schwierigkeiten zu überwinden (beschaffen einer Krone, die schön genug ist, ein streikender Blitz,…) und ich wieder mal die Erkenntnis, dass ich wohl nicht in die Kategorie „begnadete Schminkerin“ falle 😉

Die Ergebnisse unseres Experiments seht am Ende des Beitrags. Und das Beste daran: So bekommt ihr das auch hin! Viel Spaß beim Nachmachen und mit den Kindern weitere Ideen entwickeln!

Bibellesen in Zeiten des Klimawandels

© Tauchner

Kann die Bibel Antworten geben auf Fragen wie: Wie gehen wir als Christ/innen mit dem Klimawandel um? Welche Handlungsperspektiven haben wir? Das versuchten vergangenes Wochenende rund 30 Teilnehmer/innen beim Workshop „Damit sie das Leben haben“ im Bildungshaus St. Gabriel.

Angeleitet wurden wir dabei von Mercedes de Budalles Díez und Ildo Bohn Gass, Befreiungstheolog/innen vom ökumenischen Bibelteam von CEBI (Centro Biblico) aus Brasilien. Die beiden sind auf Einladung der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, in Österreich. Als langjährige Projektpartner wollten sie uns „etwas zurückgeben“.

So konnten wir die Methode des kontextuellen Bibellesens nicht nur kennenlernen, sondern gleich anhand verschiedener Bibelstellen und Fragestellungen ausprobieren. Wir setzten uns z.B. mit der Schöpfungsgeschichte und der Emmausgeschichte auseinander. Zentral dabei ist das gemeinsame Lesen der Bibel und die Einbeziehung unseres Alltags, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Text und seinen Deutungen. So kann die Bibel immer wieder neue Antworten und Hilfestellungen für unser Leben bieten.

Mehr Fotos und einen weiteren Bericht gibt es auf der Seite der Steyler Missionare.

Passend dazu sprach heute Veronika Prüller-Jagenteufel in einem Interview zu den Reformplänen in der Erzdiözese Wien vom Vorbild der kleinen christliche Gemeinschaften im Süden für die Reform der Erzdiözese Wien: „In diesen kirchlichen Basisgemeinschaften kommen Menschen zusammen, die ihr Christsein aktiv leben wollen, die miteinander die Bibel lesen – „Bibel-Teilen“ ist ein sehr passender Ausdruck dafür – und einander dabei unterstützen, das Wort Gottes auf ihr konkretes Leben anzuwenden.“ (Das ganze Interview gibt es hier…)

Nicht nur unter diesem Aspekt war das Wochenende eine gute Vorbereitung für die Zukunft!

Anmeldung für den LernEinsatz 2013 beginnt

Gestern hat die DKA die Informationen für den Lerneinsatz 2013 online gestellt. Lerneinsatz heißt, das eine interessierte Gruppe von Menschen ein paar Wochen in ein Land unserer Projektpartner/innen fährt und dort die Menschen, das Leben und vieles mehr kennenlernt. Diesmal geht es nach Brasilien, Ghana und auf die Philippinen. Mindestalter ist 20 Jahre.

Extra dafür haben wir auf unserer neuen Homepage die Lerneinsatzberichte der letzten Jahre online gestellt. Vielleicht bekommt ja jemand beim Lesen Lust darauf  selbst zu fahren ….

In 25 Minuten in St.Pölten …

… ist man ab 9. Dezember mit dem Zug, wenn der neue Wienerwaldtunnel in Betrieb ist. Für die Jungschar ist das jetzt nicht wahnsinnig wichtig, aber vielleicht für eine Person die in St.Pölten arbeiten will.

Denn die Jungschar St.Pölten sucht gerade eine Referent/in für die Dreikönigsaktion (Bereich Sternsingeraktion/Finanzen, 20 Wochenstunden). Da können sich natürlich auch Menschen bewerben, die nicht in St.Pölten wohnen, aber gerne regelmäßig dorthin pendeln.

25 Minuten vom Westbahnhof sind jetzt wirklich nicht viel und das St. Pöltner Jungscharbüro liegt gleich beim Bahnhof. Die genaue Ausschreibung findet ihr hier …

Gegen die Abschaffung des Studium „Internationale Entwicklung“

Leider viel zu selten äußern wir uns als Jungschar in der Öffentlichkeit. Jetzt war es wieder einmal soweit und wir haben die Einsparungsmaßnahmen beim Studium „Internationale Entwicklung“ kritisiert. Für manche wird sich die Frage stellen, was denn das mit der Jungschar zu tun hat.

Unsere Antwort: Sehr viel. Denn viele Jungschargruppenleiter/innen haben über ihr
entwicklungspolitisches Engagement im Rahmen der Sternsingeraktion entdeckt, dass diese Themen nicht nur eine periphere Bedeutung haben, sondern dass sie auch ihre berufliche Zukunft in diese Richtung entwickeln können. Dabei hat das Studium der internationalen Entwicklung eine zentrale Bedeutung für sie gewonnen. Daher betrifft die Einsparung auch viele StudentInnen im Umfeld der Jungschar.

Den genauen Text unserer Presseaussendung findet ihr auf ots.at.